Aktuell:

Schülerlabore gestalten Zukunft – die 14. LeLa-Jahrestagung in Paderborn

Der Staatssekretär Klaus Kaiser zu Besuch im Schülerlabor coolMINT.paderborn (v.l. Christian Berg (HNF), Prof. Katrin Temmen (Universität Paderborn), Klaus Kaiser (MKW NRW), Edmond Thevapalan (Schülerlabor coolMINT), Dorothee Indlekofer (Schülerlabor coolMINT), Uwe Schoop (zdi FIT.paderborn), Dennis Fischer, Mostafa Afshar, Johannes Schäfers (Schülerlabor coolMINT)) (Quelle: zdi.NRW)

Zwei Tage lang trafen sich am 18. Und 19. März 2019 Fachvertreterinnen und -vertreter aus ganz Deutschland auf der 14. LeLa-Jahrestagung (LernortLabor- Bundesverband der Schülerlabore e.V.), der bundesweiten Tagung der Schülerlabore in Paderborn. Zu Gast waren u.a. auch Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Thomas Koch, Ausbildungsleiter BENTELER Steel Tube GmbH und Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld.

Nach dem Eröffnungsvortrag von Prof. Katrin Temmen vom Fachgebiet Technikdidaktik der Universität Paderborn zum Thema „Schülerlabor und Universität – zwei getrennte Welten?“ diskutieren die Teilnehmenden, wie Schülerlabore Kinder und Jugendliche zur Gestaltung ihrer eigenen Zukunft befähigen können.

Die jährliche LeLa-Tagung fördert die Vernetzung der Schülerlabore auf bundesweiter und europäischer Ebene. In Kooperation mit zdi.NRW fand sie in diesem Jahr im Heinz-Nixdorf MuseumsForum statt, welches gemeinsam mit der Universität Paderborn Träger des zdi-Schülerlabors coolMINT ist.

Zum ersten Mal stellten bei der diesjährigen Tagung mobile Schülerlabore sich und ihre Arbeit vor – vom voll ausgestatten Truck, in dem der Laborbetrieb stattfindet, bis zum mobilen Experiment. In Foren wurde unter anderem die Bedeutung von Digitalisierung, Social Media, Technologien wie 3D-Druck und der Aufbau von regionalen Strukturen zur Bereicherung der Bildungslandschaft bundesweit diskutiert.

zdi.NRW ist mit über 4.500 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Schule, Politik und Gesellschaft die größte Gemeinschaftsoffensive zur MINT-Nachwuchsförderung in Europa. Jährlich nehmen rund 300.000 Schülerinnen und Schüler an den Angeboten der mehr als 40 zdi-Netzwerke und rund 70 zdi-Schülerlabore teil. Koordiniert wird zdi vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Weitere landesweite Partner sind unter anderem das Wirtschaftsministerium, das Schulministerium und die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit (Quelle: zdi).

Berichte in den Medien

Workshopleiter Nils Beinke, Julia Schäfers von der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule, Uwe Schoop vom zdi-Zentrum FIT.Paderborn und Edmond Thevapalan aus dem Schülerlabor coolMINT. (Fotos: Beate Wilper)

Die Neue Westfälische, der Paderborner Wirtschaftsbrief und die Universität Paderborn haben über eine ganz besondere Aktion des Schülerlabors berichtet. Coaches von coolMINT.Paderborn haben mit Jugendlichen der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule und der Liboriusschule spezielle Spielzeuge für Kinder und Jugendliche mit motorischen Einschränkungen konstruiert.

Eierlegen auf Knopfdruck

Fertigung von handfesten Lösungen mit und für Menschen mit Behinderung im Schülerlabor coolMINT.paderborn

„Wollen wir zusammen Löten?“, wird die vierzehnjährige Anna-Lena gefragt. Die Jugendliche sitzt in einem Elektrorollstuhl und braucht ein bisschen Unterstützung bei der fummeligen Lötarbeit. Gemeinsam mit einem Jungen der Heinz-Nixdorf Gesamtschule gelingt die Operation und der kleine Knopf hängt am Kabel. Beim inklusiven Tastenbauen lernen die Schüler neben der Technik auch das erfolgreiche Miteinander.

In den Räumlichkeiten des zdi-Schülerlabors coolMINT.paderborn im Heinz Nixdorf MuseumsForum konnten Schülerinnen und Schüler der Liboriusschule – LWL Förderschule – und der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule im Rahmen eines Workshops elektronische Taster selbst zusammenbauen. Diese ermöglichen Menschen mit Behinderung, Spielzeuge per Knopfdruck zu bedienen oder ihren Sprachcomputer zu nutzen. Da herkömmliche Geräte recht teuer sind, haben die Schülerinnen und Schüler sie in Eigenarbeit kurzerhand selbst gebaut.

Nils Beinke von der Liboriusschule konzipierte gemeinsam mit den Lehrerinnnen Julia Barkhausen und Raphaela Draeger von der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule und dem Schülerlabor coolMINT.paderborn im Rahmen des Projektes Sozialgenial den Workshop.

In Teamarbeit fertigten die Schüler Hilfsmittel wie Taster und hatten dabei sichtlich Spaß an der Herausforderung. Neben üblichen Bauteilen besteht der elektronische Taster aus einem 3D-Druck als Gehäuse. Den 3D-Drucker konnten die Gesamtschülerinnen und -schüler bei einem Kennenlerntreffen in der Liboriusschule bestaunen und waren sofort begeistert von der neuen Technologie. Beim Zusammenbau im Schülerlabor unterstützen sie studentische Hilfskräfte des Schülerlabors.

In dem dreistündigen Workshop bauten die 17 Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage der entwickelten Bauanleitung ihren eigenen Taster. Dank der optimalen Zusammenarbeit beim Löten wurden alle Geräte fertiggestellt. Besonders der anschließende Test mit einem Spielzeughuhn, das Eier aus Plastik legt, sorgte für ausgelassene Stimmung bei der bunten Truppe. Schließlich bewerteten die Teilnehmer den Workshop sehr positiv. Sie beschlossen weitere Workshops im Schülerlabor durchzuführen, in denen weitere Hilfsmittel entwickelt und gefertigt werden.

Rückblick:

Schulpartnerschaft im coolMINT.paderborn

Unterricht im Schülerlabor

Schüler des Gymnasiums Schloß Neuhaus erforschen regenerative Energien

Mit einem neuen Konzept hat sich das zdi-Schülerlabor coolMINT zum Ziel gesetzt, ein nachhaltiges Interesse an Naturwissenschaften und Technik bei Schülerinnen und Schüler zu wecken.

Um diese Nachhaltigkeit zu fördern, hat das HNF in Kooperation mit dem Gymnasium Schloß Neuhaus ein innovatives Lern- und Betreuungskonzept für das Schülerlabor coolMINT entwickelt. Es beinhaltet die Umsetzung eines curricularen Inhalts im Fach Physik vom Umfang eines Viertels des Lehrstoffs eines Jahrgangs bestehend aus vier Teilmodulen, die im Block gebucht und in kontinuierlichen, festgelegten Zeitabständen während eines Schulhalbjahres abgerufen werden.

Inhaltlich geht es um "Regenerative Energien" mit den Teilmodulen Photovoltaik, Windkraft, Brennstoffzelle und die Vernetzung dieser Energiequellen. Das Experimentieren in diesen Themenfeldern trägt zum Verständnis aktuell diskutierter Gesellschaftsthemen bei wie dem Klimawandel oder dem Atomausstieg und hilft den Jugendlichen, sich am gesellschaftlichen Diskurs zur Energieversorgung der Zukunft zu beteiligen.

Für dieses Pilotprojekt haben beide Partner ihre besonderen Kompetenzen und Stärken eingebracht, gestützt auf eine bereits vorliegende Examensarbeit über die Entwicklung eines klimaneutralen Projekts unter der Berücksichtigung kontextorientierten Lernens. Der Aufbau der Module gestattet eine ganzheitliche Betrachtung des Themas und beinhaltet sowohl technische wie auch technikübergreifende Komponenten.

Weitere Schulen in Paderborn haben ebenfalls ihr Interesse an einer Schulpartnerschaft signalisiert.

Die anspruchsvolle technische Ausstattung für die Experimente wurde ermöglicht durch die Unterstützung der RWE Vertrieb AG.

zdi-Schülerlabor coolMINT.paderborn: Forschergeist trifft Unternehmergeist

Auftaktveranstaltung im Heinz Nixdorf MuseumsForum: Die Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula Gymnasiums Neheim und des Richard-von-Weizsäcker Berufskollegs mit ihren Projektpartnern und den Organisatoren des Lab2Venture. (Foto: Universität Paderborn, Björn Heerdegen)
Die Jugendlichen im Gespräch mit Michael Grimme (m.) von Loedige Maschinenbautechnik. (Foto: Universität Paderborn, Björn Heerdegen)
Auftaktveranstaltung im Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg: Die Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums Informatik des Berufskollegs mit ihren Projektpartnern und den Organisatoren des Lab2Venture. (Foto: Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg Paderborn)

Deutschlandweit forschen jährlich mehr als 700.000 Jugendliche in den 320 Schülerlaboren von Universitäten und Unternehmen. Dabei entstehen viele innovative Ideen – dieses Potenzial möchte das Projekt Lab2Venture für Wirtschaft und Wissenschaft nutzbar machen und neben dem Forschergeist auch den Unternehmergeist von 14- bis 17-jährigen Schülern wecken. Insgesamt zwölf Schülerlabore in Deutschland werden für die Betreuung der jungen Forscherinnen und Forscher gefördert, darunter auch das zdi-Schülerlabor coolMINT.paderborn.

Die Resonanz bei Schulen und Unternehmen war so groß, dass in Paderborn gleich 15 Schülerteams an den Start gehen. Mehr als 60 Schülerinnen und Schüler bearbeiten die Projekte von insgesamt sieben Firmen: sie bringen ihre innovativen Ideen ein und lernen dabei gleichzeitig unternehmerisches Handeln kennen. Dabei reicht das Themenspektrum von der Lichttechnik „Intelligentes Licht in der Stadt“ über den Maschinenbau „Anreißvorrichtung für die Bearbeitung einer Mischtrommel“ bis zur Informatik „Entwickeln eines auf Geodaten basierenden Informationstools“. Durch die große Resonanz wurde die Kick-Off-Veranstaltung auf zwei Termine aufgeteilt. Am Donnerstag trafen im Heinz Nixdorf MuseumsForum 13 Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula Gymnasiums Neheim auf Vertreter des Lichtforums NWR. Schulleiter Bertin Kotthoff fasst zusammen: „Unglaublich, wie engagiert die Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind.“ 16 Jugendliche vom beruflichen Gymnasium Ingenieurwissenschaften des Richard-von-Weizsäcker Berufskollegs stimmten die Zielsetzung ihrer Projekte mit Michael Grimme von Loedige Maschinenbautechnik ab. Dieser staunte: „Die Schülerinnen und Schüler sprudeln nur so von Ideen.“

Der zweite Teil des Kick-Off-Treffens fand am Freitagvormittag im Richard-von-Weizsäcker Berufskollegs statt. Dort steckten 33 Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums Informatik mit den auftraggebenden Firmen INCONY AG, Connext Communications GmbH, wabsolute GmbH, Wincor Nixdorf AG und ORDIX AG die Projektziele ab und besprachen das weitere Vorgehen. Brigitte Hoop, Leiterin des beruflichen Gymnasiums: „Junge Menschen benötigen eine klare Perspektive, um bestmögliche Entwicklungschancen wahrzunehmen. Der Übergang in das Berufsleben stellt für viele eine große Hürde dar. Mit Lab2Venture ist uns ein wichtiger Schritt in diese Richtung gelungen: Im beruflichen Gymnasium für Ingenieurwissenschaften und Informatik führt die hochtechnologische Ausbildung zukünftig nicht nur zur Allgemeinen Hochschulreife, sondern bestenfalls auch gleich zu einem Vertrag mit einem Dualen Partner für eine qualifizierende Ausbildung oder ein Studium. Eine Win-Win-Situation für unsere Region.“

Lab2Venture – Unternehmergeist fördern ist ein gemeinsames Vorhaben von TheoPrax, Fraunhofer ICT, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und LernortLabor – Bundesverband der Schülerlabore, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Weitere Informationen: www.lab2venture.de

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